{"id":725,"date":"2013-02-26T23:03:40","date_gmt":"2013-02-26T22:03:40","guid":{"rendered":"https:\/\/localhost\/WP-Denkmalverein\/?p=725"},"modified":"2013-02-26T23:03:40","modified_gmt":"2013-02-26T22:03:40","slug":"archaeologie-fuer-laien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/?p=725","title":{"rendered":"T2013-01 &#8211; Arch\u00e4ologie und Bodendenkmalpfflege f\u00fcr Laien (Januar 2013)"},"content":{"rendered":"<pre>R\u00fcckschau auf den Themenabend im Januar: Arch\u00e4ologie und Bodendenkmalpflege f\u00fcr Laien.<br \/><br \/>F\u00fcr den Montag, 28.01.2013, 19:30 Uhr konnten wir Frau Dr. Sabine Mayer aus Regensburg als Referentin bei uns in der Stadthalle in Penzberg begr\u00fc\u00dfen. Sie ist Arch\u00e4ologin beim Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege in Regensburg und hat uns  \u00fcber \"Arch\u00e4ologie und Bodendenkmalpflege f\u00fcr Laien\" sehr engagiert und fesselnd informiert. \r\n\r\nEs waren 18 Zuh\u00f6rer anwesend. Nach einer Definition, worum es bei der Arch\u00e4ologie \u00fcberhaupt geht und wie das Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege organisatorisch aufgebaut ist hat Frau Mayer auff\u00fchrlich dargelegt, wie sich dies in der Praxis dann gestaltet: So sind zerst\u00f6rungsfrei Methoden (Luftbilder, Airscans, Geophysik, Feld- und Flurbegehungen, Bodenprospektion, Seismik, Magnetik) einer Grabung vorzuziehen, da jede Grabung den Ort in seiner Beschaffenheit unwiederbringlich zerst\u00f6rt. Das Ausgraben eines Teilbereiches des zu untersuchenden Gel\u00e4ndes (ein sog. \"Grabungsschnitt\") wurde fr\u00fcher von Unis oder wissenschaftlichen Institutionen durchgef\u00fchrt, heute geschieht sowas meist von professionellen Firmen, die aber dann keine Auswertung der Grabung folgen lassen (diese erfolgt nach wie vor \u00fcber Unis und m\u00fcndet oft in Doktorarbeiten). Durch diese Professionalisierung ist die M\u00f6glichkeit f\u00fcr Laien, bei einer Grabung mitzuwirken in den letzten Jahrzehnten auch deutlich geringer geworden. \r\n\r\nDie ermittelten Ergebnisse werden der \u00d6ffentlichkeit oft erst Jahre sp\u00e4ter in Museen und Ausstellungen bekannt gemacht. \r\n\r\nWenn jemand ein arch\u00e4ologisches Artefakt findet, so ist dies im Rahmen der Kulturhoheit der Bundesl\u00e4nder, was damit geschieht. In Bayern gehen 50% des Fundes in das Eigentum des Finders \u00fcber, die anderen 50% in das Eigentum des Grundeigent\u00fcmers, auf dessen Boden das Artefakt gefunden wurde. Man spricht dabei von einem sog. Schatzfund. Ausdr\u00fccklich werden alle aufgefordert, mit offenen Augen durch die Landschaft zu gehen und Auff\u00e4lligkeiten dem Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege zu melden. Das betrifft auch die Mitteilung, dass man entdeckt hat, dass an einer Stelle von Schatzsuchern eine Raubgrabung durchgef\u00fchrt wurde. \r\n\r\nEine Fragestellung, die auch immer wieder zu Unsicherheiten und letztlich zum Verlust von Kulturgut aus dem Bereich der Arch\u00e4ologie f\u00fchrt ist die Kostenfrage: Wird auf einem Grundst\u00fcck ein Bodendenkmal erkannt oder vermutet, so gilt f\u00fcr die Kosten\u00fcbernahme das Verursacherprinzip: Beispielsweise erh\u00e4lt der Bauwillige seine Baugenehmigung, muss aber die Kosten f\u00fcr die arch\u00e4ologische Grabung im Vorfeld (bis zu einer gewissen H\u00f6he; sog. Zumutbarkeitsgrenzen) tragen. Als Grundlage zur Ermittlung eines Bodendenkmals mit entsprechenden Auflagen zur arch\u00e4ologischen Grabungsverpflichtung dient in Bayern die Denkmalliste, die aber immer nur ein Hilfsmittel sein kann: wird ein neues Bodendenkmal gefunden, so steht dieses sofort unter Schutz, auch wenn es noch nicht in der Denkmalliste verzeichnet ist. Allerdings sind dabei den Arch\u00e4ologen sehr enge Grenzen gesetzt: Sie m\u00fcssen innerhalb einer Woche (!) die arch\u00e4ologische Fundstelle dokumentieren und kartografieren). \r\n\r\nOft wird angenommen, dass ein Bodendenkmal jedwede Nutzung des Terrains f\u00fcr die Landwirtschaft (Ackerbau und Weidewirtschaft) ausschlie\u00dft, was aber nicht richtig ist. \r\n\r\nHobbyarch\u00e4ologen m\u00fcssen die rechtlichen Vorgaben zur Gel\u00e4ndebegehung einhalten: Nur in der wachstumsfreien Zeit (Wintermonate) besteht \u00fcberall ein freies Wege- und Nutzungsrecht f\u00fcr Personen, denen das betreffende Grundst\u00fcck nicht geh\u00f6rt. \r\n\r\nBei den zahlreichen Fragen der Zuh\u00f6rer ging es u.a. um die Ermittlung, woher der Grundstoff des Artefaktes stammt (Arch\u00e4ometrie): Wie ermittelt man, aus welcher Gegend das verwendete Eisen, Silber, Gold etc. stammt? Hier spielt das Alter des Artefaktes eine wesentliche Rolle: je j\u00fcnger ein Objekt ist, desto schwieriger l\u00e4sst es sich bestimmen, da schon fr\u00fcher Recycling betrieben wurde und somit teilweise Metalle aus unterschiedlichen Regionen vermischt wurden. \r\n\r\nDie Altersbestimmung \u00fcber die C14-Methode wurde angesprochen: wie sicher ist diese Methode wirklich, da man in den Medien v\u00f6llig unterschiedliche Meinungen dazu lesen kann? Hier musste auch Frau Mayer zugeben, dass die Zuverl\u00e4ssigkeit dieser Methode sehr schwankt und man somit keine allgemeing\u00fcltige Aussagen treffen kann, ohne die Rahmenbedingungen f\u00fcr dieses eine untersuchte Objekt zu kennen. \r\n\r\nAlle, die bei dem Abend dabei waren, werden best\u00e4tigen k\u00f6nnen, dass es ein sehr interessanter Vortrag mit viel Erkenntniswert war. \r\nWer nicht dabei war, aber sich f\u00fcr die von Frau Mayer verteilten Brosch\u00fcren (ziemlich dick!) interessiert, kann diese zumindest mal bei mir ausleihen, ich habe jeweils eine hier bei mir. Nat\u00fcrlich sind diese auch kostenlos \u00fcber Frau Mayer zu erhalten. <\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>R\u00fcckschau auf den Themenabend im Januar: Arch\u00e4ologie und Bodendenkmalpflege f\u00fcr Laien.F\u00fcr den Montag, 28.01.2013, 19:30 Uhr konnten wir Frau Dr. Sabine Mayer aus Regensburg als&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-725","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-archiv"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/725","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=725"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/725\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=725"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=725"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=725"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}