{"id":723,"date":"2013-02-23T22:04:05","date_gmt":"2013-02-23T21:04:05","guid":{"rendered":"https:\/\/localhost\/WP-Denkmalverein\/?p=723"},"modified":"2013-02-23T22:04:05","modified_gmt":"2013-02-23T21:04:05","slug":"erzaehlabend1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/?p=723","title":{"rendered":"V2013-02 &#8211; Erz\u00e4hlabend Zeitzeugen 1945 bis 1954 in Penzberg und Umgebung (Verein)"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Am Freitag, den 22.02.2013 hatten wir um 19:00 Uhr alle Personen, welche die Zeit 1945 bis 1954 in Penzberg oder unmittelbarer Umgebung verbracht haben, bei freiem Eintritt und ohne Anmeldung zu einem Erz\u00e4hlabend in den Saal des Rot-Kreuz-Hauses eingeladen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Der Lokalchronist Luberger, der die Penzberger Geschichte sehr gut dokumentiert hat, l\u00e4sst leider die Zeit der Flucht und Vertreibung 1945 &#8211; 1954 in seiner Penzberger Chronik aus. Um diese geschichtliche L\u00fccke zu f\u00fcllen, hat sich der Verein f\u00fcr Denkmalpflege und Penzberger Stadtgeschichte in Zusammenarbeit mit der Katholischen Stiftungsfachhochschule Benediktbeuern, Hr. Prof. Dr. Wippermann, zu dem Projekt entschlossen, die noch lebenden Fl\u00fcchtlinge und Heimatvertriebenen zu interviewen und diese Interviews schriftlich zu dokumentieren. Es wurden 35 Zeitzeugen im Herbst 2012 durch Studenten befragt. Diese sogenannten Zeitzeugeninterviews werden derzeit durch die FH ausgewertet und anschlie\u00dfend dem Verein f\u00fcr Denkmalpflege und Penzberger Stadtgeschichte zur Verf\u00fcgung gestellt. Interviewt wurden nur Personen, die in der besagten Zeit nach Penzberg oder in die unmittelbarste Umgebung kamen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Bei diesem offenen Erz\u00e4hlabend, einem weiteren Baustein in dem Projekt zur Aufarbeitung der Zeit von 1945 bis 1954, hatten jetzt erstmals neben den Neuank\u00f6mmlingen auch Personen, die zu jener Zeit bereits in Penzberg ans\u00e4ssig waren, die Gelegenheit ihre Sichtweise der damaligen Zeit darzulegen. <span style=\"font-size: 14pt;\">Um auch moblilt\u00e4tsbehinderten Personen (Gehbehinderungen, keine Fahrgelegenheit zur Stadtmitte) eine Teilnahme an diesem Abend zu erm\u00f6glichen, konnten wir anbieten, diese Interessenten von zu Hause abzuholen und nach dem Ende der Veranstaltung wieder nach Hause zu bringen. Davon haben zwei Teilnehmer Gebrauch gemacht.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Es kamen 41 Teilnehmer, davon 12 Fl\u00fcchtlinge\/Heimatvertriebene, ca. 10 Nachgeborene (also Personen, die diese Zeit nicht selbst erlebt hatten) und ca. 10 damals schon Einheimische. Die \u00fcbrigen Personen hatten zwar diese Zeit auch miterlebt, kamen aber erst sp\u00e4ter nach Penzberg. Ebenfalls anwesend war die Presse sowie zwei Stadtr\u00e4te. <br \/><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Damit das an diesem Abend Gesagte f\u00fcr die Zukunft nicht verloren gehen kann, wurde der gesamte Abend von einer externen Firma mit Hilfe eines mobilen Tonstudios komplett mitgeschnitten. Der Mitschnitt wird in der weiteren Projektbearbeitung ein wichtiger Baustein sein, da der Verein \u00fcber &#8222;Penzberg 1945 &#8211; 1954&#8220; mittelfristig eine Brosch\u00fcre erstellen will. <br \/><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Der Vereinsvorsitzende Alexander Peren, der diesen Abend moderierte, hatte als Einstieg eine Powerpoint-Pr\u00e4sentation mit Fotos vorbereitet: Klassenfotos, Gruppenfotos bei Ausfl\u00fcgen, Einzel- und Gruppenaufnahmen aus den Lagern, Erinnerungsbilder an die alte Heimat ebenso wie das Bild des eigenen Hauses nach dessen Fertigstellung in den 1950er Jahren.&nbsp; <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Dadurch angeregt kam schnell ein Gespr\u00e4ch auf. Wer ist auf den Klassenfotos zu sehen? Wo ist diese Aufnahme aufgenommen? etc. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Damit waren wir schon beim Hauptteil des Abends &#8211; dem Erz\u00e4hlen: Fragen wie: An was erinnern Sie sich besonders? Gab es in der Notsituation auch Dinge, die gut oder gar sch\u00f6n waren? Wie hat man sich &#8222;durchgeschlagen&#8220;?&nbsp; wurden gestellt und auch teilweise ausf\u00fchrlich und kontrovers beantwortet: Nat\u00fcrlich empfanden die damals Einheimischen die Situation anders als die damaligen Neuank\u00f6mmlinge. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Gesprochen wurde \u00fcber die Themenkomplexe: Flucht und Vertreibung &#8211; Das Leben im Lager und der Stadt &#8211; Einheimische und Fremde<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Themen wie Schule, Hygiene, Geburt und Sterben inklus. medizinischer Versorgung, Vereine und Gruppen, (\u00dcber)Leben in Zeiten des Notstandes, kirchliches Leben, Brauchtum und Feste (Wie wurde Advent, Nikolaus, Weihnachten, Ostern gefeiert?). Das f\u00fchrte zu Fragen nach gef\u00e4rbten Eiern, die in Gras gekocht gr\u00fcn und in Zwiebelschalen gekocht braun wurden, oder auch zu Orangen und Bananen und Schokoladen-Nikol\u00e4usen oder Lebkuchen. Was a\u00df man \u00fcberhaupt? (Pferdefleisch und -wurst stand durchaus auf dem Speiseplan). Angesprochen wurde auch die Liebe: Gab es ein &#8222;Anbandeln&#8220; von Neuank\u00f6mmlingen und Einheimischen? Wie reagierte darauf die Umgebung? Die Verkehrs- und Stra\u00dfensituation wurde angesprochen, ebenso die Einkaufsm\u00f6glichkeiten, anfangs mit Zuteilungsmarken und Hamstern. Die W\u00e4hrungsreform mit dem Kopfgeld und die im Vorfeld damit verbundenen \u00c4ngste und Hoffnungen wurden gleichfalls thematisiert.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Im Vorfeld wurde vom Verein gebeten, ihm alte Fotos oder sonstige Dokumente (z.B. Schulzeugnisse, Rechnung \u00fcber den ersten M\u00f6belkauf etc.) zum Digitalisieren zu \u00fcberlassen. Einige Teilnehmer hatte an diesem Abend entsprechende Dokumente dabei, andere haben zugesagt bei sich suchen zu wollen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Der Ablauf war \u00e4hnlich wie bei &#8222;Jetzt red i&#8220;: Der Moderator ging mit dem Mikrofon zu dem Teilnehmer, der sich \u00e4u\u00dfern wollte. Das ersparte allen das Aufstehen und den Gang zu einem fest installierten Mikrofon. Die Teilnehmer waren dankenswerterweise sehr gespr\u00e4chsbereit, was den Abend zu einer interessanten und vielseitigen Veranstaltung werden lie\u00df.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">F\u00fcr diese rege Mitwirkung m\u00f6chten wir uns ganz ausdr\u00fccklich bei allen Teilnehmern recht herzlich bedanken.Ohne die Teilnehmer w\u00e4re dieser Abend nicht m\u00f6glich gewesen. Da ungl\u00fccklicherweise gleich mehrere andere Veranstaltungen an diesem Abend in Penzberg waren, waren viele Interessenten leider verhindert. Da der Abend so gut verlief, wurde an uns von verschiedenen Seiten der Wunsch herangetragen, diese Veranstaltung zu wiederholen. Ob es dazu kommen wird, k\u00f6nnen wir derzeit noch nicht sagen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Es wurden viele Bereiche des t\u00e4glichen Lebens angesprochen, aber lange nicht alle: Das Leben ohne Technik (Fernseher, Telefon, Auto oder gar Computer), Abfall und Reparatur (M\u00fcll und Wiederverwertung) und sicher noch vieles weitere mehr. Somit g\u00e4be es noch genug Aspekte, die eine Wiederholung rechtfertigen w\u00fcrde. <br \/><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Der Abend endete gegen 21.30 Uhr. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Zum Pressebericht (Gelbes Blatt vom 27.2.2013) bitte <span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>hier<\/strong><\/span> klicken<br \/><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">P.S.: Auch andere f\u00fchren \u00e4hnliche Projekte wie wir durch: Um das Grenzdurchgangslager Friedland geht es <span style=\"text-decoration: underline;\"><strong><a href=\"http:\/\/www.myheimat.de\/rinteln\/politik\/zeitzeugen-gesucht-wer-ist-als-vertriebener-fluechtling-oder-heimkehrer-ueber-friedland-gekommen-d2452525.html\">hier<\/a><\/strong><\/span><a href=\"http:\/\/www.myheimat.de\/rinteln\/politik\/zeitzeugen-gesucht-wer-ist-als-vertriebener-fluechtling-oder-heimkehrer-ueber-friedland-gekommen-d2452525.html\">.<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Um die Fl\u00fcchtlinge im Landkreis M\u00fcnster (Westfalen) geht es <span style=\"text-decoration: underline;\"><strong><a href=\"http:\/\/www.myheimat.de\/rinteln\/politik\/ostdeutsche-heimatvertriebene-nach-1945-harald-dierig-der-leidvolle-weg-zu-einem-neuen-zuhause-d2492218.html\">hier<\/a><\/strong><\/span><br \/><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Noch ein Hinweis f\u00fcr alle, die sich mit dem Thema selbst besch\u00e4ftigen wollen: Die Bundeszentrale f\u00fcr Politische Bildung in Bonn hat zu diesem Themenkomplex ein Heft herausgegeben: (Band 712): Kalte Heimat : Die Geschichte der deutschen Vertriebenen nach 1945. N\u00e4heres k\u00f6nnen Sie nachlesen. Klicken Sie bitte <span style=\"text-decoration: underline;\"><strong><a href=\"http:\/\/www.bpb.de\/shop\/buecher\/schriftenreihe\/35662\/kalte-heimat\">hier<\/a><\/strong><\/span><a href=\"http:\/\/www.bpb.de\/shop\/buecher\/schriftenreihe\/35662\/kalte-heimat\">.<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Freitag, den 22.02.2013 hatten wir um 19:00 Uhr alle Personen, welche die Zeit 1945 bis 1954 in Penzberg oder unmittelbarer Umgebung verbracht haben, bei&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-723","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-archiv"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/723","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=723"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/723\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=723"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=723"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=723"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}