{"id":2015,"date":"2024-04-02T11:02:27","date_gmt":"2024-04-02T09:02:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/?p=2015"},"modified":"2024-04-02T11:02:27","modified_gmt":"2024-04-02T09:02:27","slug":"2024-03-bunkertour","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/?p=2015","title":{"rendered":"2024-03 Bunkertour"},"content":{"rendered":"<p><strong>Relikte im Wald von Geretsried<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eAchtung, hier ist eine Eisenstange.\u201c Mehr als einmal mahnte Justine Bittner zur Vorsicht bei der Tour durch den Wald.<\/p>\n<p>Die Wanderung zu den Resten der Munitionsfabriken in Geretsried hatte der Denkmalverein Penzberg organisiert. Von 1939 bis 1945 wurden hier Sprengstoffe f\u00fcr die Kriegsf\u00fchrung hergestellt. Gef\u00fchrt wurde die Gruppe von der Geretsrieder Fotografin Justine Bittner, die im historischen Arbeitskreis Geretsried mitgearbeitet hat und sich im Erinnerungsort BADEHAUS engagiert, der diese F\u00fchrung anbietet. Das Lager F\u00f6hrenwald, aus dem sp\u00e4ter der Wolfratshauser Ortsteil Waldram wurde, war f\u00fcr die Arbeitskr\u00e4fte dieser Fabriken errichtet worden und das Geb\u00e4ude des heutigen Erinnerungsort BADEHAUS war das Sanit\u00e4rgeb\u00e4ude f\u00fcr die m\u00e4nnlichen Arbeitskr\u00e4fte, das \u201eM\u00e4nnerbrausebad\u201c. F\u00f6hrenwald und die R\u00fcstungswerke sind also eng miteinander verbunden.<\/p>\n<p>Die Veranstaltung stie\u00df auf reges Interesse, mit 34 Teilnehmern war die Gruppe recht gro\u00df. Doch dank eines gut funktionierenden Audiosystems konnten alle den spannenden Ausf\u00fchrungen von Frau Bittner bequem folgen. Schon bald verlie\u00dfen die Teilnehmer den betonierten Weg, ein gut erhaltenes Relikt aus der NS-Zeit. Mitten durch den Wald ging es \u00fcber Stock und Stein zu \u00dcberresten aus Beton. Wozu sie einstmals dienten, l\u00e4sst sich oft nicht auf blo\u00dfen Augenschein erschlie\u00dfen. Manchmal ist es ein Betonblock, dann wieder ein Teich, der durch die Sprengung eines zum Teil tief in die Erde reichenden Kraftwerks entstanden ist. Leichter erkennen lassen sich Ein-Mann-Bunker oder Telefons\u00e4ulen. Die Munition wurde nicht in gro\u00dfen Fabrikhallen hergestellt, sondern dezentral in verschiedenen kleineren, gut getarnten \u201eBunkern\u201c aus stabilem Beton. Zwar wurden diese nach dem Zweiten Weltkrieg gesprengt, oft aber st\u00fcrzte nur die Decke ein, die Reste verblieben an Ort und Stelle und zeugen noch heute von den einstigen Produktionsst\u00e4tten. Neben der Anerkennung f\u00fcr die Qualit\u00e4t des Materials erinnert Frau Bittner aber auch an die Ausbeutung der Arbeitskr\u00e4fte, oft Zwangsarbeiter aus Osteuropa, die unter h\u00e4rtesten Bedingungen schufteten. Die Arbeit war zudem in h\u00f6chstem Grade gesundheitsgef\u00e4hrlich, wie das Beispiel der Frauen zeigt, die durch den Umgang mit Chemikalien gelbe Haut und Haare bekamen und daher \u201eKanarienv\u00f6gel\u201c genannt wurden.<\/p>\n<p>Alleine h\u00e4tte wohl keiner der Teilnehmer mehr zur\u00fcckgefunden. Nach etwa 2 Stunden kehrte die Gruppe zum Ausgangspunkt zur\u00fcck. Eine Erkundung des Gebiets ist nur unter sachkundiger F\u00fchrung zu empfehlen. Das allerdings lohnt sich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Relikte im Wald von Geretsried &nbsp; \u201eAchtung, hier ist eine Eisenstange.\u201c Mehr als einmal mahnte Justine Bittner zur Vorsicht bei der Tour durch den Wald.&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-2015","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-rueckschau"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2015","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2015"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2015\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2016,"href":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2015\/revisions\/2016"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2015"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2015"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2015"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}