{"id":1402,"date":"2023-10-06T14:42:51","date_gmt":"2023-10-06T12:42:51","guid":{"rendered":"https:\/\/localhost\/WP-Denkmalverein\/?p=1402"},"modified":"2024-10-22T17:36:40","modified_gmt":"2024-10-22T15:36:40","slug":"1402","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/?p=1402","title":{"rendered":"Altstadt"},"content":{"rendered":"<div style=\"padding-left: 40px;\">\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>ALTSTADT<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Die letzten <strong>\u00dcberreste baulicher Zeugen<\/strong> an die Bergwerkstradition oder gar an die Urspr\u00fcnge, an die <strong>Entstehungszeit der fr\u00fcheren Bergwerksstadt <\/strong>drohen zu verschwinden. Es geht um die letzten Reste davon in unserer Innenstadt \u2013 nennen wir sie \u201eAltstadt\u201c, des besseren Verst\u00e4ndnisses wegen.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Da ist die Rede vom Abriss\/ Umbau von<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">dem <strong>Menagehaus<\/strong> mit Kathederhaus<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">dem ehemaligen <strong>Bayerischen Hof<\/strong><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">der Konditorei <strong>Ahammer<\/strong> (fr\u00fcher B\u00e4ckerei Zach)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">der <strong>Sigmundstra\u00dfe<\/strong>, wo die Baumallee geopfert wird<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">den <strong>Linden<\/strong> an der Penzberger Hauptkreuzung<\/span><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><strong><br \/>\n<\/strong><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>Menagehaus<\/strong><\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2108\" src=\"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/010_2023_Okt_3_Bahnhofstr_Menagehaus-Querformat9-300x229.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"229\" srcset=\"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/010_2023_Okt_3_Bahnhofstr_Menagehaus-Querformat9-300x229.jpg 300w, https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/010_2023_Okt_3_Bahnhofstr_Menagehaus-Querformat9-1024x782.jpg 1024w, https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/010_2023_Okt_3_Bahnhofstr_Menagehaus-Querformat9-768x586.jpg 768w, https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/010_2023_Okt_3_Bahnhofstr_Menagehaus-Querformat9-1536x1173.jpg 1536w, https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/010_2023_Okt_3_Bahnhofstr_Menagehaus-Querformat9-2048x1564.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Das Haus wurde Ende des 19. Jh. von der Bergwerksdirektion durch einen italienischen Bautrupp errichtet. Das Geb\u00e4ude diente als Unterkunft f\u00fcr die ledigen Arbeiter (daher der Name Menagehaus).<\/p>\n<p>Besondere <strong>historische Bedeutung<\/strong> erlangte das Menagehaus in den letzten Kriegstagen des 2. Weltkrieges durch die sog. \u201ePenzberger Mordnacht\u201c am 28. April 1945, wo 16 Penzberger B\u00fcrger von Werwolf-Schergen aufgeh\u00e4ngt oder erschossen wurden. Laut Gerichtsprotokoll sp\u00e4hten Nazis in drei Besuchen im Menagehaus aus, ob dort sogenannte \u201eindifferente Leute\u201c wohnten. Tats\u00e4chlich wurden sie f\u00fcndig. In jener Nacht wurden die zwei Penzberger B\u00fcrger <strong>Franz\u00a0Biersack<\/strong>\u00a0(49) und <strong>Johann\u00a0 Summerdinger<\/strong> (56), die im Menagehaus\u00a0 wohnten, von sog. Werw\u00f6lfen aus ihren Wohnungen geschleppt und gegen\u00fcber in\u00a0 der Bahnhofstra\u00dfe an den B\u00e4umen aufgeh\u00e4ngt. Die Stadt Penzberg hat im Jahr 2022 zum Gedenken an die Mordopfer vor dem Menagehaus im Gehsteig sog. goldene Stolpersteine einbringen lassen. <span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Sebastian Tauschinger, in der Mordnacht entkommen, weil sein Strick riss, hat sich verwundet zum Hintereingang des Menagehauses geschleppt, wo er schlie\u00dflich Hilfe bekam und ins Krankenhaus gebracht wurde.<\/span><\/p>\n<p>In den Jahren 1967\/68, als die Obb. Kohlen-Bergbau AG wegen Schlie\u00dfung des Bergbaus ihre Immobilien ver\u00e4u\u00dferte, erwarb der einflussreiche Penzberger Gesch\u00e4ftsinhaber und S\u00e4cklermeister Xaver M\u00fchlpointner das Haus und sanierte es gr\u00fcndlich, aber ohne seinen Wiedererkennungswert zu zerst\u00f6ren. Der typische Stil der Penzberger H\u00e4user blieb erhalten. Aus dem Wohnhaus wurde im vorderen Teil an der Bahnhofstra\u00dfe ein Gesch\u00e4ftshaus. Im Erdgeschoss ist ein Optikergesch\u00e4ft, in den R\u00e4umen der lange dort ans\u00e4ssigen Apotheke befindet sich seit 2024 ein Gesch\u00e4ft f\u00fcr mediterrane Spezialit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Der Bauk\u00f6rper hat im Vergleich mit allen anderen Geb\u00e4uden in der Bahnhofstra\u00dfe einen geradezu herrschaftlichen Zuschnitt und zeichnet sich durch seine Symmetrie aus. Seine Gr\u00f6\u00dfe pr\u00e4destiniert ihn auch jenseits aller guten historischen Gr\u00fcnde besonders dazu, erhalten zu werden.<\/p>\n<p>Vor ein paar Jahren wurden das Geb\u00e4ude sowie die Nachbargeb\u00e4ude an einen Investor verkauft. Im Mai 2024 wurde ein Plan des Investors f\u00fcr dieses Karree vorgestellt. Er beinhaltet den Abriss aller alten Geb\u00e4ude. Neubauten mit einer H\u00f6he bis zu 5 Geschossen plus Staffelgeschosse sind geplant, zur Bahnhofstra\u00dfe hin als langer Riegel. Dies betrifft quasi ein Viertel der Innenstadt.<\/p>\n<p>Um einen Eintrag in die Denkmalliste bat der Verein f\u00fcr Denkmalpflege und Penzberger Stadtgeschichte im M\u00e4rz 2023, ein Eintrag erfolgte bisher aber nicht. Da ein Abriss zu bef\u00fcrchten war, sammelte der Denkmalverein in wenigen Tagen 749 Unterschriften f\u00fcr den Erhalt des Menagehauses, die im April 2023 an den B\u00fcrgermeister \u00fcbergeben wurden.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>Bayerischer Hof<\/strong><\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2111\" src=\"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Bayer-Hof-hell-300x172.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"172\" srcset=\"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Bayer-Hof-hell-300x172.jpg 300w, https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Bayer-Hof-hell-1024x589.jpg 1024w, https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Bayer-Hof-hell-768x441.jpg 768w, https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Bayer-Hof-hell-1536x883.jpg 1536w, https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Bayer-Hof-hell-2048x1177.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Entstanden zwischen 1873 und 1880, ist es eines der ersten Gasth\u00e4user in Penzberg. Hier fanden die Gemeinderatssitzungen statt, bevor man ins Rathaus umzog. Ab 1960 ist die Gastst\u00e4tte verpachtet. Zusammen mit dem Nachbarhaus (Caf\u00e9 Ahammer) bildet das Geb\u00e4ude ein Ensemble und ist eines der letzten Geb\u00e4ude im urspr\u00fcnglichen Stil an der Bahnhofstra\u00dfe.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>B\u00e4ckerei Ahammer<\/strong><\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2109\" src=\"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/20221112_Ahammer-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/20221112_Ahammer-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/20221112_Ahammer-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/20221112_Ahammer-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/20221112_Ahammer-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.denkmalverein-penzberg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/20221112_Ahammer-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Eines der letzten Original-Geb\u00e4ude der aus den Gr\u00fcndungsjahren der Stadt. Im Speicher des Hauses wurde die <strong>Vereinsfahne <\/strong>vom Ersten Allgemeinen Kranken-Unterst\u00fctzungsverein e.V. <strong>versteckt<\/strong>. Der Verein war am 11. Februar 1878 im damaligen Stenglhaus (Fischhaberstr.) gegr\u00fcndet worden um die Mitglieder <strong>unabh\u00e4ngig vom Bergwerk<\/strong> abzusichern. Der Wolfenbauernsohn Johann Nep. Bocksberger, geb. 22. August 1843, war Vorstand des Vereins, weil er nicht wirtschaftlich vom Bergwerk abh\u00e4ngig war. Und der Schneidermeister <strong>Michael Pfalzgraf<\/strong> (1873 nach Penzberg gekommen), der im sp\u00e4teren Ahammer-Haus wohnte, konnte die Fahne verstecken, weil auch er als unabh\u00e4ngiger Handwerksmeister nicht von der Werksdirektion des Bergwerks gema\u00dfregelt werden konnte.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>Die Sigmundstra\u00dfe<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Die Sigmundstra\u00dfe ist eine der \u00e4ltesten Stra\u00dfen Penzbergs, was man schon an dem Namen erkennt, benannt nach Sigmund Henle, einem der Bergwerksdirektoren. Es war einmal eine sch\u00f6ne Allee, einige B\u00e4ume stammen noch aus der Gr\u00fcndungszeit der Stadt. Inzwischen ist es eine Mischung aus alten und nachgepflanzten B\u00e4umen. Jetzt (2022\/23) sind weitere gesunde B\u00e4ume umgeschnitten worden, weil man Platz f\u00fcr Erdarbeiten brauchte. Zwar sind Nachpflanzungen geplant, doch die k\u00f6nnen nur ein k\u00fcmmerlicher Ersatz sein.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>Die Linden an der Bahnhofstra\u00dfe beim Stadtplatz<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">vgl Beitrag &#8222;Linden am Stadtplatz&#8220;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ALTSTADT Die letzten \u00dcberreste baulicher Zeugen an die Bergwerkstradition oder gar an die Urspr\u00fcnge, an die Entstehungszeit der fr\u00fcheren Bergwerksstadt drohen zu verschwinden. 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